Der damalige Bürgermeister Grassegger hatte es sich zur Aufgabe gemacht, aus dem mehr oder weniger tristen Dorf von 2000 untereinander aufgespalteten Bewohnern und Häusern eine Gemeinschaft und eine in sich geschlossene und harmonische Siedlung zu machen. Dies ist ihm durch die planende, aufgeschlossene und ideenreiche Mitarbeit aller Gemeinderäte, auch der Oppositionen, die stets zur Zusammenarbeit bereit waren, und durch die unentwegte Mitarbeit und Tatkraft aller Bürger und Ortsangehörigen in vorbildlicher Weise gelungen.

Mit 1. Jänner 1966 war mit Beschluß des Steiermärkischen Landtages die Gemeinde Trieben zum Markt erhoben worden. Um aber die laufenden Bau- und Verschönerungsarbeiten nicht zu stören, war man von vornherein übereingekommen, sich mit dem Feiern Zeit zu lassen, dies aber dann um so nachgiebiger nachzuholen. Es mußte vor allem das Gemeindezentrum, der Marktplatz, geschaffen und mit entsprechenden bedeutenden Gebäuden umgeben und geziert werden. So wurde zuerst die imposante Pfarrkirche vollendet, dann das Amshaus gebaut und ein elegantes Freizeitheim für die Triebener Bevölkerung an die Breite des großen Platzes gesetzt. Der Platz selbst wurde durch Grünanlagen, die künstlerische Brunnenkaskaden und durch die gewaltige Magesitkugel, das Wahrzeichen Triebens, zu einem originellen um imposanten Mittelpunkt des ganzen Ortes gestaltet. Alle Triebener Bürger wetteiferten im Färbeln und Putzen und Verschönern ihrer Häuser. Trieben sollte die freundlichste und sauberste Siedlung der ganzen Obersteiermark werden. Alle Balkone, Vorgärten, Fenster, Geschäfte, Gasthäuser und Tankstellen wurden mit Blumen- und Pflanzenschmuck überschüttet. So bot bei prachtvollem, sonnigen Wetter der neue Markt ein herzerfreuendes Bild.

Das Festprogramm war dementsprechend gut durchdacht und reichhaltig: Am Freitag, dem 21. Juni, war eine feierliche Gemeinderatssitzung , in der ein Überblick über die so erfolgreiche Entwicklung der Gemeinde bis zur Markterhebung gegeben wurde und verdiente Gemeinderäte und Bürger mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet wurden. Darauf erfolgte die Übergabe des Hauptplatzes an die Bevölkerung; eine Gefallenenehrung und ein Gedenken für den verstorbenen Bürgermeister Karl Schütz schlossen sich an. –

 

Zusammenfassung aus Franz Wohlgemuth – 900 Jahre Trieben