Der Name stammt nicht von einem Kaiser, sondern von einer mittelalterlichen Schwaige (eine während der Sommermonate bewirtschaftete milchverarbeitende Melkalm) namens Chaeserowe (erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahr 1160). Die Kaiserau hat also mit Käseerzeugung zu tun. Die Sommermeierei des Benediktinerstiftes Admont zählte früher zu den größten der Steiermark.

Vom Saumpfad zur Handelsstraße

Wer auf der Passhöhe zwischen Trieben und Admont anhält, den spitzen Felsgipfel des Kaibling fotografiert, die Autotür zuschlägt und weiterbraust, der ahnt nicht, welche Motive sich ihm vor Jahrhunderten geboten hätte: Erzbutten schleppende Knappen, Saumtiere mit Salzfudern, der Meuchelmord an Abt Heinrich II., schwerbeladene Getreidefuhren, gefährliche Begegnungen mit Wölfen … . Viel hätte er auf diesen uralten Übergang gesehen. Einige wichtige Augenblicke im Laufe von drei Jahrtausenden sollen als Geschichtsbilder erzählt werden.

Zur Zeit des Römischen Imperiums wurde die Handels- und Heerstraße von Süd nach Nord zur Donaugrenze ausgebaut. Die Straße von Virnium in Kärnten über Hohentauern nach St. Lorenzen und Lassing führte über den Phyrnpass nach Ovilava (Wels).

Zollstätte für Salz

Der Handel benutzte zunehmend den Weg von Trieben-Schwarzenbach nach Norden über die Paltenbrücke, den Schwemmkegel nach Dietmannsdorf aufwärts und dann vermutlich steil aufwärts zu den Gehöften Eder und Egger. Auf der Passhöhe traf der Weg mit dem von Bärndorf-Hallweg zusammen. An der Weggabelung stand seit 1277 eine Zollstätte für Salz, eine landesfürstliche Maßnahme, um den Salzschmuggel, der die Rottenmanner Maut umging, einzudämmen. Der Übergang war zu einer Handelsstraße geworden.

Die Handelsstraße

Die Blütezeit des Fernhandels über den Pass fällt in die Mitte des 17. Jahrhunderts, als viele Handelsleute vom Triebener Tauern herabkommend, die zwei Mauten bei Rottenmann umfuhren, indem sie statt über den Phyrnpass über Dietmannsberg-Admont-Buchau-Altenmarkt nach “Österreich” gelangten.

Der Almweg auf der Kaiserau

1872, mit der Eröffnung der Eisenbahn durch das Gesäuse über Admont, Selzthal, Rottenmann, Trieben nach St. Michael, begann in Admont der Tourismus, endete aber endgültig die jahrhundertelange Ära des Fuhrwerks über den Lichtmeßberg. Frachten wurden nun per Eisenbahn nach Trieben und in den Süden gerollt.

Von der Handelsstraße zur Landesstraße

Der Passübergang zwischen Trieben und Admont entwickelte sich in seiner Geschichte vom Saumpfad in der Bronzezeit zu einer bedeutenden Handelsstraße, die im 17. Jahrhundert sogar die Frachtfrequenz der Rottenmanner Maut übertraf. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts verfiel jedoch die Straße. Der jahrtausendealte Verbindungsweg zwischen dem Enns- und dem Paltental diente nur mehr als Wanderweg und als Almweg auf die Kaiserau.

Die Höhenstraße

Der Plan, die Kaiserau und die Klinkehütte für den Wintertourismus zu erschließen, führte 1966 zum Arbeitsausschuss “Höhenstraße Admont-Trieben”. Der Obmann Hans Wegener hatte viel Geschick aufzubieten, um alle Interessenten (Stift Admont, die Gemeinde Admont, Bärndorf und Trieben, acht Grundbesitzer aus Bärndorf und aus Dietmannsdorf) an einen Tisch zu bringen.

Quelle: Trieben – eine Stadt stellt sich vor Detailbericht, Ennstalwiki