Mit der einsetzenden Schneeschmelze kommen nicht nur die ersten Frühlingsboten zum Vorschein, sondern unter anderem auch die Hinterlassenschaften der säumigen Hundebesitzer.
Gesetzlich ist jeder Hundebesitzer verpflichtet, die Exkremente seines vierbeinigen Begleiters zu entfernen und zu entsorgen. Ist der Duft der Hinterlassenschaften an den Schuhe zwar unangenehm für die Nase, so haben sie für die Nutzer der verunreinigten Wiesen als Nahrungsquelle eine weitaus drastischere Bedeutung.
Durch die Aufnahme des Hundekotes, insbesondere durch Rinder als Nutztiere, werden nicht nur zahlreiche Krankheiten übertragen, sondern auch wirtschaftliche Verluste hervorgerufen. Durch den Einzeller Neospora caninum werden z.B. beim Rind als Zwischenwirt Aborte ausgelöst oder lebensschwache bzw. tote Kälber zur Welt gebracht. Durch die erkrankte Kuh als auch durch die Zeitspanne des fehlenden Kalbes und der fehlenden Milchleistung, kommt es zu großen wirtschaftlichen Verlusten und macht diesen Parasiten weltweit zu einem bedeutenden Abortauslöser in der Nutztierhaltung.
Ein weiterer Parasit ist der Hundebandwurm, der bei Aufnahme von dessen Eiern als Zwischenwirt Rind zu Finnenbildung führt und die Untauglichkeit des Fleisches als Lebensmittel zur Folge hat. Daneben führt der Hunde- und Fuchsbandwurm “Echinococcus” beim Fehlwirt Mensch zu schweren Organschäden, die oft Jahrzehntelang unerkannt bleiben.
Da die verschiedenen Krankheitserreger und Parasiten beim Hund kaum Krankheitssymptome hervorrufen, ist es für den Hundebesitzer auch nur schwer ersichtlich, dass er mit dem Gassigehen und Herumtollen in der Futterquelle Wiese einen Schaden anrichtet.
Zumindest aus hygienischer Sicht will niemand Kot im Futter haben und sollte allein schon deswegen der Griff zum Sackerl gemacht werden.

 

Mag. Wilfried Laubichler