Taverne

Taverne – Aufnahme von 1968

1494 wird in Trieben erstmalig eine Taverne (Taferne) genannt. Es war dies das sogenannte Leibgebhaus, heute das Haus vlg. Wallner. Der Leitgeb, ursprünglich „Leydgeb, Leitgeb“, ist die mittelalterliche Bezeichnung für den Wirt. „Leitgebhaus“ ist also das „Wirtshaus“ Wie die Inschrift „Erste Triebener Taverne ANNO D. 1654“ an der Fassade des Wallnerhofes besagt, wurde dieses Haus im Jahre 1654 erbaut. Im Jahre 1733 gelangte dieses Haus in den Besitz eines gewissen Melchior Wallner, welcher Familienname sich als Vulgarname bis heute erhalten hat.

Bis zum Jahr 1706 gehörte zur „Leitgebtaferne“, wie das Haus noch genannt wurde, auch ein „Zerrenhammer“ und ein „Sengsschmiedhammerl“, die später abgekauft wurden.

Dieses Haus, am wichtigsten Straßenknotenpunkt der Tauern- und der alten Salz- und Eisenstraße gelegen, war stets der Treffpunkt und der Standort der Fuhrwerker und Tauernvorspannreiter. Die Taverne steht unter Denkmalschutz.

Die Musikschule Paltental war bis 2016 in der Taverne untergebracht. Heute hat der Alpenverein und der Fischereiverein seine Vereinsräume in der Taverne.

Hammerherrnhaus in Trieben

Hammerherrenhaus und Getreidespeiche (Haus Nr. 17) im Hintergrund

Wie es der Name Hammerherrnhaus bereits zum Ausdruck bringt, ist dieses Haus mit dem die Triebener Geschichte prägendem Hammerwerk, das im Jahre 1553 seinen Anfang hatte, verbunden.
1622 wurden die Hämmer von Trieben vom Stift Admont erworben und waren bis 1804 unter der Verwaltung von Admonter Patres. Das Stift Admontische Hammerwerk wurde zu einem Begriff auf dem Sektor der steirischen Eisenverarbeitung. Die Werksanlage und seine dazugehörigen Realitäten bedeuteten für Trieben ein Dorf im Dorfe.
Das Hammerherrenhaus selbst wurde 1667 als schlösselartiges Verweserhaus unter dem kunstsinnigen Abt Adalbert (1675 – 1696) gebaut. Es war das Haus des Hammerschreibers bzw. Verwesers der die Kaufmännische Leitung des stiftischen Hammerwerkes zu Trieben innehatte.

Hammerherrenhaus 1961

1814 wurde bei einem Pachtvertrag in der Inventarliste mit dem Verweserhaus eine Kapelle geführt, die leider zu Gänze verloren ging. Über das Schicksal des Hauses selber ist nicht viel bekannt, außer dass es 1838 renoviert wurde.

Eng mit dem Hammerherrenhaus verbunden war natürlich auch der großartige Getreidespeicher (Haus Nr. 17), der auch zu selben Zeit gebaut wurde.
Das Hammerwerk wurde 1871 auf Grund der schlechten Wirtschaftslage im Verein mit den Gewerken Adam und Liebel zu einem Schwarzenbach- und Weißblechwerk umgestaltet. Auch das Hammerherrenhaus wechselte seinen Besitzer.

Hammerherrenhaus heute

1959 erwarben es Stefan und Kreszentia Kollaritsch. Das Haus war zu diesem Zeitpunkt völlig baufällig, was auch das angebrachte Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ wirkungsvoll zum Ausdruck brachte. Somit begann ein ganz neues Kapitel in der Geschichte des Hammerherrenhauses, welches nun auch als Turmhaus bekannt wurde. Durch die Restaurierung im Jahre 1960 konnte die Familie Kollaritsch den Triebenern dieses historische Haus erhalten und ein Zuhause für die ganze Familie schaffen. Und nicht nur dies – das Haus war ein Ort der Begegnung. Es war über zwanzig Jahre ein zweites Zuhause für Gastarbeiter.
Nach dem Tod von Herrn Stefan und Frau Kreszentia Kollaritsch, die beide 1983 starben, musste eine Entscheidung über den weiteren Bestand des Hauses getroffen werden. Dabei wurde die Idee, eine Erbgemeinschaft zu gründen, entwickelt. So entschied sich die Familie Kollaritsch für die Erhaltung des Eltern- bzw. Turmhauses.
1996 konnte eine erneute Restaurierung des Hammerherrenhauses durch die Erbgemeinschaft der Geschwister Kollaritsch durchgeführt werden.

 

Blechwalzwerk „Benedictshütte“ in Trieben 1872 – 1907

Blechwalzwerk 1898

Als Begründer der ersten Eisenhammerwerkes in Trieben gilt der Gewerke Rupert Mettlhammer aus Rottenmann, der 1553 die Konzession für Bau und Betrieb eines Hammes erhalten hatte. Über mehrere Eigentümer gelangte das Triebener Hammerwerk 1622 an das Stift Admont, das es bis 1872 besaß.

Tatsächlich hatte sich der stiftische Hammer zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Trieben entwickelt. Der seinerzeit kleine Ort Trieben wies für das zu erbauende Blechwalzwerk entscheidende Vorteile auf, wovon die ausreichende Wasserkraft und die gesicherte Versorgung mit Holzkohle aus dem Stiftswald wichtige Faktoren waren.

Blechwalzwerk 1903

Die neue Triebener Blechfabrik – genannt „Benedictshütte“ – nahm „… nach vorangegangener kirchlicher Feier und Weihe“ am 2. April 1872 die Fertigung auf; sie verfügte über folgende AnlagenL 2 Frischherde, 2 Luppenhämmer, 2 Rohschienen-Walzstrecken, 1 Siemens-Schweißofen mit 3 Gasgeneratoren, 1 Platinenwalzstrecke mit 2 Gerüsten, 1 Blechwalzstrecke mit 4 Gerüsten, 2 Scheren, 4 Blechglühöfen, Beizerei mit 3 Pfannen und Verzinnerei mit 3 Pfannen sowie 3 Turbinen und 4 Wasserräder als Antriebsaggregate.

Mitte der achtziger Jahre verließen Liebl und Adam die Kommanditgesellschaft, so daß Stift Admont jetzt als Alleineigentümer der Benedictshütte auftrat („Eisenblechwalzwerk und Weißblechfabrik der Benediktiner-Abtei in Admont, Firma: Stift Admont’sche Blechfabrik in Trieben“). Gleichzeitig schoß sich das Triebener Blechwalzwerk dem 1886 gegründeten Feinblech-Kartell mit allen namhaften Blechproduzenten der Österreichisch-ungarischen Monarchie an.

Obwohl alle Montan-Handbücher bis 1905 zwei Frischherde aufwiesen, ließ das Stift Admont die eigene Stahlerzeugung in Trieben schon in der ersten Hälfte der neunziger Jahre auf und bezog nur noch Fremdmaterial.

Das letzte Montan-Handbuch (1905) vor der Stilllegung des Triebener Blechwalzwerkes (Beschäftigungsstand: 4 Aufseher und 70 Arbeiter) nennt als Führungspersonal Pal von Mottoni et Palacios (Bevollmächtigter Direktor), Andreas Jung (Buchhalter), Rudolf von Calisto (Kassier), Anton Fuhrmann (Korrespondent) und Georg Glantschnigg (Magazineur und Hüttenrechnungsführer).

Nach Zerstörung aller wichtigen Anlagen des Blechwalzwerkes durch Hochwasser und Muren im Mai 1907 entschloß sich das Stift Admont, die ohnehin veraltete Benedictshütte nicht mehr instandzusetzen und die Blechfabrikationen aufzugeben.

Kurz zuvor hatte die (1899 gegründete) Veitscher Magnesit AG mit dem Bau einer Magnesithütte in Trieben begonnen. Somit brachte das Jahr 1907 für Trieben zwar das Ende der Eisenindustrie, aber gleichzeitig den Beginn der „Magnesit-Ära“, die Trieben bis in die Gegenwart prägt.

Römerstraße

Römerstraße in St. Lorenzen

Schon im Altertum wurden befestigte Straßen gebaut und an deren Rändern Steinsäulen zur Wegmarkierung und Entfernungsmessung gesetzt. Im römischen Reich legte 123 v. Chr. der Volkstribun Gajus Gracchus im Straßenverkehrsgesetze die Errichtung von „Miliaria“ (=Steinsäulen mit der Abstandsmessung von 1 römischen Meile = 1,479 km) fest.
Für den Reisenden auf den römischen Reichsstraßen waren Meilenteine ein wilkommenes Hilfsmittel, um festzustellen, wo man sich befand, wie weit es noch bis zur nächsten „mansio“ (Herberge) oder „mutatione“ (Poststation) war oder wenn es galt, auf den richtigen Weg zurückzufinden.

Im Paltental, das im „Mittelnorikum“ lag, fand man in der Gegend von St. Lorenzen im Paltental „Surrontio“, und auch in der Nähe der Burg Strechau bei Rottenmann mehrere Goldmünzen von den römischen Kaisern Trajan (98-117), Alexander Severus (222-235) und Karus (282-284) sowie der Anna Galeria Faustina, der Gemalin des Antonius Pius, die 141 starb. Wie der bekannte Admonter Historiker P. Jakob Wichner bezeugt, fand man in St. Lorenzen auch den Rumpf eines weiblichen Standbildes (Statue), der seinerzeit als Stufe des äußeren Sakristeieinganges der dortigen Kirche und später als Dorfbrunnenfigur in St. Lorenzen Verwendung fand.
Laut Pfarrchronik von St. Lorenzen im Paltental, Seite 82: „Übersendet am 16. Juli 1859 der Kaplan P.J.W. (Pater Jacob Wichner) dem historischen Vereine in Steiermark den von ihm im hiesigen Friedhofe aufgefundenen Torso einer Statue aus der römischen Epoche“.