Die Paltenpfarre, „Parrochia Palta“, wie sie in den frühesten Urkunden genannt wird, gehört zu den bedeutendsten Urpfarren der Steiermark und erstreckte sich von Kalwang bis Rottenmann und über den Tauern bis Pöls. Die älteste Kirche des Paltentales entstand sicherlich schon vor dem Jahre 1000 n. Chr. in St. Lorenzen, vorher existierte hier schon eine Kapelle, die dem hl. Laurentius geweiht war. Somit ist St. Lorenzen keine Gründung des Benediktinerstiftes Admont, doch schon im Jahre 1160 kam das Stift Admont in den Besitz der Pfarrkirche St. Lorenzen und der Filialkirchen in Trieben und Dietmannsdorf.

Die Anlage der Pfarrkirche in St. Lorenzen mit seinem vierjochigen Kirchenschiff und des Turmes waren romanisch. Nach der Zerstörung durch die Türken im Jahre 1480 wurde die Kirche erst 18 Jahre später wieder aufgebaut. An Stelle der einstigen Flachdecke kam ein gotisches Netzrippengewölbe, das dann später wieder abgetragen wurde, denn im Jahre 1677 wurde die Pfarrkirche gänzlich umgebaut und barockisiert. Der Grundriss der Kirche ist in Kreuzform und nach Osten hin ausgerichtet. Der eigentliche Baustil ist heute schwer erkennbar, es ist ein so genannter Mischstil, in dem romanische, gotische, barocke, ja auch Renaissanceelemente deutlich erkennbar sind. Eine im Jahre 1833 ausgebrochene Feuerbrunst machte den Neubau des Kirchendaches und des Turmdaches erforderlich.

Der Hochaltar hat die Höhe des Kirchenschiffes und nimmt die Seite des Presbyteriums ein. Der barocke Altar ist aus Holz und grau marmoriert, das künstlerisch wertvolle Hauptaltarbild zeigt den Märtyrertod des hl. Laurentius und stammt von einem unbekannten Maler. Der Altar wird durch Darstellungen der Erzengel Michael und Gabriel und der Heiligen Petrus und Paulus, Martin und Georg geziert. Die Krönung bildet eine gemalte Pieta. Die wände des Presbyteriums zeigen die Bauernheiligen Florian und Sebastian, Donatus und Leonhard.

Der Seitenalter auf der Epistelseite ist dem hl. Josef geweiht, das Hauptbild, der Tod des hl. Josef, stammt vom Rottenmanner Künstler Karl Peyer. Der Altar auf der Evangelienseite ist der hl. Jungfrau geweiht, das Hauptbild, ebenfalls von Karl Peyer, stellt „Maria, Unterricht von der hl. Anna erhaltend“ dar.

Sämtliche Altäre weisen reich verzierte Reliquiare im Renaissancestil auf, die Kanzel ebenfalls. Die Kirche besitz eine kleine Monstranz, die eine wertvolle Reliquie des Pfarrpatrons, des hl. Laurentius, enthalten soll. Das große Kruzifix an der Nordseite des Kirchenschiffes soll von Josef Thaddäus Stammel sein, in der Sakristei sind wertvolle Messgewänder aus der Admonter Seidenstickerschule.

An der nördlichen Außenfassade ließ Pfarrer Pius Weber vom heimischen Künstler Siegfried Schwab ein Fresko von seinem Namenspatron, Papst Pius X., und an der Pfarrhofseite ein Fresko vom hl. Laurentius anbringen.

Quelle: Auszug aus Elfriede Turk: Trieben, Entstehung und Geschichte