Am 30. Juni 1963 übernahm Trieben zum erstenmal in seiner Geschichte eine Patenschaft und erhielt gleichzeitig eine Patenschaft. Im Sinne der Völkerverständigung, im Sinne des Friedens sowie im großen Sinne der europäischen Einigung bekannten sich zwei Gemeinden zur gegenseitigen Partnerschaft, die wohl räumlich weit voneinander entfernt sind, aber in der Verbundenheit ihrer Bewohner und in der ähnlichen Struktur der Gemeinden eng verbunden sind.

Quierschied ist ein Ort in der Nähe von Saarbrücken (Deutschland). Die Bevölkerungsstruktur war damals fast gleich wie in Trieben, 84% der Einwohner waren Bergleute, Fabriks- und Bauarbeiter bzw. deren Angehörige, neun Prozent waren Angestellte und Beamte, sieben Prozent hatten freie Berufe oder waren Geschäftsleute.

Der Wortlaut der Triebener Patenschaftsurkunde lautet:
„In der Überzeugung, dass die europäische Einheit höchste Verpflichtung für alle freien Bewohner diese Eedteils bedeutet, in dem Bewußtsein, daß unsere freie Kultur die Wiege in den bestehenden Gemeinwesen hatte und sich von hier aus ausbreitete, in der Gewißheit, das alle Welt gültige Maßstäbe in der Vergangenheit und in der Zukunft gesetzt wurden, um im Bestreben, zu den hohen Zielen beizutragen, vereint sich die Einwohnerschaft von Trieben im steirischen Paltental mit  jener der Gemeinde Quierschied im Saarland  zu gegenseitiger treuer Freundschaft, in dem Trieben die Patenschaft gegenüber der Gemeinde Quierschied zu übernehmen gesonnen ist.
Gleichzeitig bekennt sich die Gemeinde Trieben zur Patenschafsverbundenheit, die Quierschied gegenüber der Gemeinde Trieben übernommen hat. In der Hoffnung, dass damit der allgemeinen Völkerverständigung und dem europäischen Gedanken gedient ist, bekräftigen die beiden Gemeinden und getreuen Mündel für das feierliche Gelöbnis, diese Verbindung immer wieder zu vertiefen und auszubauen im Sinne der Stärkung des Weltfriedens und des allgemeinen Wohles der Menschheit.“
Trieben und Quierschied, am 30. Juni 1963

gez. Grassegger – Bürgermeister
gez. Distlinger – Bürgermeisterstellvertreter
gez. Widing – Bürgermeisterstellvertreter

Und die Gegenurkunde lautet:

„Gemäß Beschluss des Gemeinderates Quierschied vom 5. Oktober 1963 übernimmt die Gemeinde Quierschied, Saar, Deutschland, gegenüber der Gemeinde Trieben, Steiermark, Österreich, die Gemeindepatenschaft, worüber diese Urkunde ausgestellt wird.
Mit der Patenschaft bekräftigt die Gemeinde Quierschied ihren Willen, der Freundschaft mit der Patengemeinde zu dienen und den zwischengemeindlichen Austausch auf dem Gebiet der Selbstverwaltung im Interesse des Friedens und der Verständigung der Völker zu fördern.
Quierschied, den 29. Juni 1963
Der Bürgermeister gez. Jochum

Quelle: Trieben – Entstehung und Geschichte, Elfriede Turk