Historisch gesichert ist das Jahr 1868, das Jahr der Einweihung der heute noch erhaltenen Kalvarienberganlage.

Jedoch existieren dort bereits vorher hölzerne Kreuzwegstationen, die ihren Abschluss durch drei große hölzerne Kreuze mit lebensgroßen Figuren von Christus und den zwei Schächern gefunden haben.
Besonders in der Fastenzeit wer der „alte“ Kalvarienberg bereits Ziel zahlreicher religiöser Veranstaltungen wie Kreuzauffindungstage, Bittwochen und Andachtsprozessionen.
Im Jahr 1868 suchte der Besitzer des Kirchbacherhofes namens Jakob Legensteiner über das Dekanat Rottenmann beim Ordinariat um die Bewilligung zur Einweihe des Kreuzweges an.
Dies wurde bewilligt und außerdem erhielt die Kapelle eine Messlizenz auf sechs hl. Messen (drei für die Fastenzeit, Kreuzerfindungs- und Kreuzerhöhungstag und ein Tag der Bittwoche).

Den Abschluss des Kreuzweges bildet jetzt eine apsisförmige Kapelle mit den drei lebensgroßen Statuen der Muttergottes, der Maria Magdalena und des Apostel Johannes sowie den drei Kreuzen. Davor befindet sich ein Altar, unterhalb ruht Christus im Grabe.
Die Bildnisse der Kreuzwegstationen waren ursprünglich Ölbilder, die auf Blech gemalt wurden. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die 9. Station „Jesus fällt zum 3. Mal unter dem Kreuz“ heute fehlt.

Über ein Jahrhundert verfiel schön langsam die Kalvarienberganlage mit den Kreuzwegstationen. Schließlich glichen die sakralen Bauwerke bereits Ruinen, drei Stationen konnten überhaupt nicht mehr gerettet werden und mussten neu errichtet werden.

1970 ergriff Pater Pius Weber die Initiative und leitete die Rettung und Restaurierung des St. Lorenzener Kalvarienberges ein. Die fachmännische Restaurierung war 1973 schließlich abgeschlossen, und somit stand einer neuerlichen Einweihung der Anlag nichts mehr im Wege. Der feierliche Weiheakt wurde am 9. Oktober 1973 durch Dechant Pater Giselbert Freitag, gemeinsam mit dem Gaishorner Pfarrer Franz Wohlgemuth und dem Ortspfarrer Pater Pius Weber vollzogen.

Die Renovierungsarbeiten wurden von der Firma Distlinger, die Erneuerung der Figuren vom akad. Maler Harald Maier aus Fohnsdorf und die nunmehr vorliegende künstlerische Gestaltung der Kreuzwegstationen vom heimischen akad. Maler Siegfried Schwab durchgeführt. Die Restaurierung stand unter der Gesamtleitung von Landeskonservator Hofrat Dr. Ulrich Ocherbauer.

Bei den Restaurierungsarbeiten fand man die Jahreszahl 1856, was darauf hinweist, dasss die Kapelle zuerst und dann die Kreuzwegstationen erbaut wurden. Die römische Zahl 1861 über den Eingangsbogen weist auf die Fertigstellung der Kapelle hin. Die Kosten teilten sich die Pfarre St. Lorenzen, die Marktgemeinde Trieben und das Bundesdenkmalamt. Auch Anna Mitterdorfer vlg. Kirchbacher, deren Besitzvorgänger die Familie Legensteiner war, leistete ebenfalls einen finanziellen Beitrag.

Neben dem Kalvarienberg in Rottenmann aus dem Jahre 1767 ist der St. Lorenzener Kalvarienberg eine für das gesamte Paltental bedeutende Stätte christlicher Frömmigkeit.

Quellennachweis: Hans Grasssegger, Ortschronik Trieben
                                  Franz Wohlgemuth, Trieben 900