evangelische-kirche-2001-bild-2-fb-nur-pc1952 wurde der Entschluss ein Gotteshaus zu errichten gefasst, denn bisher wurden evangelische Gottesdienste in der Volkschule und in einem Raum des Grafitwerkes gefeiert.

Für die Planung und die Bauausführung zeichnete der Rottenmanner Baumeister Hans Pilz verantwortlich. Die Grundsteinlegung wurde schließlich am 23. Juni 1957 vorgenommen. Infolge der hohen Opfer- und Hilfsbereitschaft der Evangelischen sowie großzügiger Spenden konnte dieser Sakralbau in zwei Jahren fertiggestellt werden. Seine feierliche Einweihung erfolgte am 22. November 1959.

Konzeptionell wurde für die nach Süden ausgerichtete Kirche traditionelle Bauformen mit zeitgenössischen Architekturdetails vermengt. Das Langhaus mit mittelsteilem Satteldach ist ein einfacher Rechteckbau mit paarweise zusammengestellten hochrechteckigen Fenstern sowie einem Rundfenster über dem nordseitigem Portalvorbau. Rechts davon schließt der ungegliederte mit einem Johannesmosaik von Hans Preiß verzierte Turm mit einem flachen Zeltdach an. Klein und stark eingezogen sitzt die Apsis an der südlichen Giebelfront.

Innen ist das bis zum mit Platten verkleideten Dachstuhl offene Schiff von Mauerverstärkungen an den Längsseiten rhythmisiert, eine Orgelempore bildet unter sich zwei abtrennbare Räume aus. Der Blockaltar ist wie die linksseitige Kanzel und der zylinderförmige Taufstein schlicht gehalten und trägt ein Holzkreuz mit Kreis, durch den das Licht des Apsisfensters fällt. Die apsidiale Nische statte Hans Preiß mit zwei Graffiti aus, welche die Evangelisten mit den Symbolen von Abendmahl, Taufe und Heiliger Schrift darstellen. Es sind qualitätsvolle Arbeiten, die künstlerisch in ihrer Linearität auf der Höhe ihrer Zeit stehen. Diese Kirche ist ein sehr einheitliches Beispiel für das Sakralbauschaffen um 1960.

Quelle: Gerhold/Haditsch: Evangelische Kunst und Kultur in der Steiermark