Trieben wurde mit Wirkung vom 1. November 1955 eine eigene Pfarre, was im damals schnell aufstrebenden Ort den Wunsch nach einer größeren moderneren Kirche im Mittelpunkt des neuen Ortszentrums erwachen ließ.

Im Juni des Jahres 1961 begann man mit dem Bau der Kirche, ein Jahr später erfolgte die Gleichenfeier, und am 1. September 1963 wurde der großartige, moderne sakrale Bau eingeweiht.

Der bekannte Regensburger Kirchenbaumeister und Architekt DI Hans Beckers plante die neue St. Andreas Kirche in Form der „bergenden Hände“ in Grund und Aufriss. So gleicht der Bau den Händen, die ein Kerzenlicht vor dem Wind schützen. Als Baumaterialien wählte der Architekt hauptsächlich heimische Materialien, wie den Sunker Chlorit, unseren Magnesit und Holz.

Am 1. September 1963 erklangen die vier harmonisch abgestimmten Glocken zum ersten Male: die Barbaraglocke als Symbol für unsere Bergbautradition, die Marienglocke zu Ehren der Mutter Gottes und die Josefiglocke dem Patron der Sterbenden sowie die Andreasglocke dem Pfarrpatron gewidmet.

Das kleine spätgotische Fenster aus der alten Andreaskirche weist im Altarbereich auf den Pfarrpatron, den hl. Andreas, hin. Hervorragend sind die von Notburga Beckers künstlerisch gestalteten und in der Farbwirkung auf effektvolle Grün- und Blautönen abgestimmte Kirchenfenster, welche Motive aus dem Alten und Neuen Testament zeigen. Unter den farbenprächtigen Symbolen befinden sich Sterne, Sonne, Mond, Wasser, Luft, Pflanzen, Tiere im Wasser und in der Luft, Adam und Eva und andere biblische Gestalten.

Dem II. Vatikanischen Konzil schon voraus ist der aus der aus rosa Marmor gefertigte Altartisch bereits den Gläubigen zugewendet. An der rechten und linken Seite des Altares sind neben den sieben Seligpreisungen Figuren Wandnischen eingebaut. Links erkennt man den hl. Franziskus mit dem Wolfshund, Elisabeth von Thüringen und den hl. Augustinus, rechts sieht man die hl. Barbara, Nikolaus von Flui und Johannes den Täufer.

Das von der Decke hängende – aus getriebenem Kupfer gefertigte – Kreuz mit dem Erlöser zeichnet sich durch die heiteren Gesichtszüge des Gekreuzigten vor der bevorstehenden Auferstehung aus. Dieses außergewöhnliche „Gemmenkreuz“ wurde von Hans Agerbauer aus Steyr geschaffen. Besonders erwähnenswert ist der aus Magnesit gefertigte Taufkessel an der Nordseite.

In der westseitigen Seitenkapelle befindet sich eine äußerst sehenswerte Hinterglasmalerei von Prof. Franz Weiß.

Die neue Pfarrkirche mit ihrem an einem italienischen Campanile erinnernden Kirchturm zählt sicherlich zu den schönsten modernen Sakralbauten in der Steiermark.

Quelle: Auszug aus Elfriede Turk: Trieben Entstehung und Geschichte – Hans Grassegger: Triebener Ortschronik