Im Jahre 1160 wird eine „capella“ zu Trieben erstmals urkundlich erwähnt, und 11 Jahre später schrieb man schon von einer „Kirche“ St. Andreas.

Seit diesem Zeitpunkt gehört die Kirche und der „Hof zu Trieben“, heute Gasthof Klarmann, viele Jahrhunderte dem Benediktinerstift Admont. Die Andreaskirche wurde bis zur Pfarrgründung Trieben im Jahre 1955 von der Mutterpfarre St. Lorenzen aus seelsorgerisch betreut.

Das Gotteshaus könnte um 1480 teilweise von den Türken zerstört worden sein, denn im Netzrippengewölbe der Apsis erkennen Fachleute zwischen dem sehr schönen als Schlussstein verwendeten Christuskopf und einer Dornenkrone die Jahreszahl 1449 oder 1489. Das ist wahrscheinlich das Datum eines Neu- oder Überbaus.

1858 vernichtete ein Großbrand einen Teil der Kirche, der steinerne Dachreiterturm stürzte ein und durchschlug das Kirchengewölbe. Somit sind die vollständig erhaltene nach Osten ausgerichtete Apsis und die gegenüberliegende westliche Außenmauer mit dem schönen spätgotischen Haupteingang die ältesten Originalteile der Kirche. Das Hauptschiff wurde im barocken Stil wieder aufgebaut und passt harmonisch zu den gotischen Bauelementen.

Die gotischen Glasfenster der Apsis wurden bis auf eine Ausnahme verstört. Dieses einzige erhaltene kleine Glasfenster des hl. Andreas weist im Altarbereich der neuen St. Andreaskirche auf das Patronat des hl. Andreas hin. Die neuen Fenster des barocken Kirchenteiles wurden im Zuge der Renovierung 1985 von Prof. Franz Weiß entworfen und in Schlierbach angefertigt. Die farbenfrohen Glaskunstwerke zeigen die Heiligen Klemens, Hubertus, Josef, Benedikt und Barbara.

Die Glocken schmolzen beim Brand 1858, neue wurden im 1. und 2. Weltkrieg eingezogen. Der Turm wurde in der Mitte des vorigen Jahrhunderts abgetragen, ein neuer wurde in der Werkstätte des Stiftes gefertigt und 1985 aufgesetzt. Das Vordach über dem Haupteingang stammt ebenfalls aus diesem Jahr.

Der Hauptaltar entstand um 1670 und enthält an Stelle eines Altarbildes in der Mitte die Statue des hl. Andreas, die man am typischen Andreaskreuz erkennt. Diese gotische Statue stammt aus der Zeit um 1450 und wurde barock umgearbeitet. Links und rechts neben dem hl. Andreas stehen die zwei holzgeschnitzten Statuen, Petrus (Schlüssel) und Paulus (Schwert) darstellend. Oberhalb sieht man Christus das Kreuz tragend, flankiert von Engel mit den Leidensinsignien. Zwei schön geschnitzte Putten stammen wahrscheinlich vom berühmten Thaddäus Stammel.

Über dem südseitigen Seiteneingang, der außen von einer 300 Jahre alten Eisentür verschlossen wird, sind in einem großen Bild die 14 Nothelfer dargestellt. An der Außenseite befindet sich über dieser Türe ein riesiges Fresko, das den hl. Christopherus zeigt, doch ist das Bildnis übermalt und wartet auf bessere Zeiten, bis man das Geld für die Freilegung aufbringt.

Auf der rechten SEite des großen Bogens, der das Kirchenschiff von der Apsis trennt, steht eine Nachbildung der Mariazeller Mutter Gottes.

Der Altar der Seitenkapelle stammt vom Bildhauer Carlo Formentini und das Altarbild wurde um 1722 vom Maler Johann Brunner geschaffen. Es zeigt ein Pestmotiv mit der Salzburger Äbtissin Ehrentrud als Fürsprecherin. Im linken Vordergrund ist Trieben, rechts die Abtei Admont erkennbar. Zwei schöne Rokokoluster sind noch erwähnenswert, ebenso ein kleines Wandkreuz in der Sakristei, eine alte Bauernschnitzerei.

Quelle: Auszug aus Elfriede Turk: Trieben, Entstehung und Geschichte